Analoger Photoautomat: 4 Fotos 3 Euro

Schwarz-Weiß Photos für Ausweise

Nost­al­gie kommt auf, wenn man den Pho­to­au­to­mat auf dem Ebertplatz sieht. Direkt links neben dem Gas­tro-Con­tai­ner steht er nun wie ein Relikt aus einer alten Zeit. Und tat­säch­lich, die Prei­se schei­nen wirk­lich ste­hen geblie­ben zu sein. 4 Fotos für 3 Euro sind ein fai­rer Kurs — nur auf die ver­spro­che­nen Schwarz-Weiß Pho­tos für Aus­wei­se soll­te man nicht hof­fen.

Fernab von Biometrie

Das Ding ist nur zum Spaß dort. Kei­ne rei­se­do­ku­men­te­aus­stel­len­de Stel­le wür­de eins die­ser Fotos akzep­tie­ren. Fern­ab von Bio­me­trie und Qua­li­tät han­delt es sich hier um einen rei­nen Spaß­au­to­ma­ten. Am bes­ten mit einem Lieb­ling rein­set­zen und los­fo­to­gra­fie­ren las­sen. Das Ergeb­nis wird ana­log, also che­misch, ent­wi­ckelt. Die alte Tech­nik scheint ein wenig ein­ge­ros­tet zu sein. Nach lan­ger Zeit — man­che berich­ten von mehr als 20 Minu­ten — kommt tat­säch­lich ein Strei­fen her­aus. Ob es nun “Fotos” sind oder “künst­le­ri­sche Arte­fak­te bleibt der Inter­pre­ta­ti­on des Betrach­ters vor­be­hal­ten.

Selfies aus den 70ern

Alles ganz schön, oder? Irgend­wie passt das Ding zum Ebertplatz und gibt ihm etwas Hedo­nis­ti­sches: Sel­fies aus den 70ern und, ja, natür­lich der Spaß­fak­tor. Aber was hat ein Pho­to­au­to­mat, dazu ein ana­lo­ger, mit dem Ebertplatz zu tun? Wenn man davon aus­geht, dass am Ebertplatz Neu­es gestal­tet wer­den soll, das in die Zukunft wei­sen soll, dann ist die­ser Pho­to­au­to­mat ein Sym­bol für das Gest­ri­ge. Und damals war eben nicht alles bes­ser. Denn die­ser ana­lo­ge Pho­to­au­to­mat ist, wenn man so will, eine Art Che­mie­la­bor und ein Pro­du­zent von ver­brauch­ten Che­mi­ka­li­en, ergo Son­der­müll. Da braucht es schon nach­hal­ti­ge­re Ide­en, um die Zwi­schen­nut­zung zu gestal­ten.